Kartenspiele – Eine Geschichte

Soweit bekannt kam das Kartenspiel wahrscheinlich aus dem Orient Anfang des 14. Jahrhunderts. Durch Handel kam es nach Italien und Frankreich und verbreitete sich von dort aus ganz Europa. „Des Teufelsgebetsbuch“, so nannte man es damals. Im Laufe der Zeit entwickelte sich im süddeutschen Raum ein Zentrum für die Produktion dieser Karten, besonders in dem freien Reichsstadt Ulm. Wo man damals noch keine modernen Transportmittel verfügte wurden die Kartenspiele von hier aus bis nach Spanien exportiert.

Wie sahen Karten damals aus?

Was die Karten von damals in ihren Anfängen den Karten von heute verbindet ist deren Prinzip, dass man nicht anhand der Form oder Rückseite erahnen kann um welches Symbol oder um welchen Wert es sich handelt. Andernfalls würde das Spielprinzip nicht funktionieren, denn stellen sich vor sie könnten an der Rückseite sehen welche Karte ihr Gegner in der Hand hat. Dies würde dazu führen, dass sie sich einen Vorteil erarbeiten können und somit das Spiel regieren können. Damals musste man jedoch etwas kreativer an die Sache herangehen und hat sogar Baumrinde für diese Zwecke benutzt. Natürlich hat sich über die Zeit einiges geändert, wie zum Beispiel die Motive. Im europäischen Raum unterscheiden sie sich in Farben und Symbolen, jedoch ist überall eine gesellschaftliche Hierarchie zu erkennen. Das heißt zuerst das Ass, dann der König, darauf die Dame und letzten Endes der Bube. Das Ende besteht aus einer figurenlosen Zahlenordnung.

Wie wurde geschummelt?

Wie vorhin angesprochen hat und dafür gesorgt, dass man anhand der Rückseiten der Karten nicht erkennen konnte um welche Karte es sich handelt. Da die Druckkunst Anfang des 14. Jahrhunderts noch nicht verbreitet war hatte man die Rückseiten der Karten einfach weiß gelassen. Natürlich kann man anhand der Schmutzspuren irgendwann den Wert der Karte erahnen unter Spiel somit manipulieren. Nachdem die Druckkunst erfolgreich eingeführt wurde und sich ab dem 15. Jahrhundert in ganz Europa weitete, hat man im 16. Jahrhundert im nördlichen Gebiet der Alpen damit angefangen die Rückseiten der Karten mit gleichmäßigen Mustern zu versehen. Damals waren diese Muster auch als Statussymbol angesehen wurden, da sich nur die Anhänger des höfischen Milieus kostbare und prächtig bemalte Karten leisten konnten.

Warum die ersten Verbote

Genau dieses höfische Milieu sah Kartenspiele mehr und mehr in der Unterschicht als ein soziales Problem an. Die Kirchen predigten die negativen Auswirkungen des Glücksspiels wie der totale Verlust des Eigentums, Gewalttaten, Betrug und sogar Mord. Man kann sich vorstellen dass diese Predigten niemanden durch die Schichten davon abgehalten hat Glücksspiele weiter zu veranstalten. Als Begründung für den Verbot von Kartenspielen war, dass diese angeblich das geordnete Leben in den Städten stören, besonders in der Unterschicht. Nach und nach wurden in Deutschland im 14. Jahrhundert Spielverbote erlassen.

Wer stand über dem Gesetz?

Natürlich wurde die Unterschicht regelmäßig kontrolliert und die Oberschicht konnte sich solchen Kontrollen erfolgreich entziehen. Glücksspiel mit Karten untermalte deren gehobene Stellung in der Gesellschaft. Absurderweise für Glücksspiel sogar in der Kirche nicht unbekannt und gerne praktiziert, obwohl sie die Gottlosigkeit dieses Spielprinzips regelmäßig Predigten. Nicht zuletzt war die Küche oft genug das treibende Mittel der Verfolgung von Glücksspiel mit Karten und die öffentliche Verbrennung von Kartenspielen. Natürlich hatte Glücksspiel nicht den gleichen Stand wie Ketzerei und man könnte konnte öffentlich seine Meinung darüber äußern. Die Befürworter des Glücksspiels nicht so sehr den Gewinn hervor, sondern eher die Aussicht auf eine bessere wirtschaftliche und soziale Situation. Sie vertraten die Ansicht des die Bedeutung von Glücksspiel eher in dem Zeitvertreib, Vergnügen und Ablenkung des damaligen harten Alltags lag.